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Impfung gegen das Canine Herpesvirus

Infektionen mit dem Caninen Herpesvirus (CHV-1) sind vor allem in der Hundezucht von großer Bedeutung. Während eine Infektion bei ausgewachsenen Hunden in der Regel mild verläuft, kann sie bei trächtigen Hündinnen zu Fehlgeburten (Aborte) sowie bei Welpen zu einer erhöhten Sterblichkeit kurz nach der Geburt führen. Erhalte hier einen Überblick über den Erreger sowie wissenswerte Informationen rund um die Impfung gegen CHV-1.

Das Canine Herpesvirus (CHV-1) ist ein DNA-Virus, das zur Familie der Herpesviren gehört und mit dem sich Hunde jeden Alters infizieren können. Bei ausgewachsenen Tieren verläuft eine Infektion mit CHV-1 für gewöhnlich mild, sodass Besitzer*innen die Erkrankung häufig nicht bemerken. Weitaus gefährlicher ist die Infektion für Welpen, bei denen das Virus zu schweren Krankheitsverläufen führen kann, die häufig tödlich enden. Auch Fehlgeburten (Aborte) und Totgeburten werden mit dem Virus in Verbindung gebracht. Aus diesem Grund spielt die Erkrankung und deren Vermeidung vor allem in der Hundezucht eine entscheidende Rolle. Untersuchungen lassen darauf schließen, dass in Deutschland etwa 20 bis 40 Prozent der Zuchthunde das Virus in sich tragen.

Wie stecken sich Hunde mit CHV-1 an?

Hunde infizieren sich auf verschiedenen Wegen mit dem Erreger und scheiden ihn anschließend über die Schleimhäute (z. B. Nasen- oder Vaginalsekret) aus. Die Übertragung von CHV-1 erfolgt dann beispielsweise oronasal, sprich über Maul und Nase (z. B. durch Beschnuppern oder Belecken) oder während des Deckaktes. Darüber hinaus kann die Hündin das Virus während der Trächtigkeit auf ihre Jungen übertragen. Für gewöhnlich stecken sich Welpen aber während der Geburt über den Kontakt mit Vaginalsekret der Hündin an.

Wichtig zu wissen

Nachdem das Immunsystem Antikörper gegen das Virus gebildet hat, zieht sich der Erreger, wie andere Herpesviren auch, in bestimmte Zellen des Körpers zurück und kann jederzeit reaktiviert werden. Gründe, die zu einer Reaktivierung des Virus führen sind unter anderem Stress (z. B. Geburtsstress) oder die Gabe bestimmter Medikamente (z. B. Prednisolon), welche die Funktion des Immunsystems herabsetzen.

Zu welchen Krankheitsanzeichen führt eine CHV-1-Infektion?

Bei ausgewachsenen Hunden treten gelegentlich Augenveränderungen wie eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder respiratorische, sprich die Atemwege betreffende Symptome (z. B. Nasenausfluss) auf. In seltenen Fällen kommt es außerdem zu Veränderungen an den Geschlechtsorganen betroffener Tiere. Hündinnen erkranken dann beispielsweise an einer Gebärmutterschleimhautentzündung (Endometritis), Rüden an einer Hodenentzündung (Orchitis). Welpen erkranken nach einer Ansteckung meist schwer und sterben in den meisten Fällen an den Folgen der Infektion. Man spricht dann von einem sogenannten „infektiösen Welpensterben“. Betroffen sind vor allem Welpen zwischen der ersten und dritten Lebenswoche, die ihre Körpertemperatur zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend selbst regulieren und daher leicht unterkühlen können. Sinkt ihre Körpertemperatur auf 36 °C oder 35 °C, begünstigt dies die Virusvermehrung im Körper der Welpen. Bei einer Körpertemperatur von 38 °C bis 39 °C nimmt die Virusvermehrung hingegen um das 100- bis 1000-fache ab. Aus diesem Grund ist es wichtig, auf eine angemessene Umgebungstemperatur der Welpen zu achten, damit diese nicht auskühlen.


Haben sich die Welpen mit dem Caninen Herpesvirus angesteckt, äußert sich dies beispielsweise durch folgende Symptome:

  • Wimmern
  • Teilnahmslosigkeit (Apathie)
  • Appetitlosigkeit (Anorexie)
  • Atemnot (Dyspnoe)
  • Gelb-grüner Durchfall (Diarrhö)
  • Selten auch zentralnervöse Störungen

Bleibt eine Behandlung der Welpen erfolglos, führt die CHV-1-Infektion typischerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach Auftreten der ersten Symptome zum Tod der Tiere.

Wie kann einer CHV-1-Infektion vorgebeugt werden?

Um sowohl die Welpen als auch das Muttertier vor den Konsequenzen einer CHV-1-Infektion zu schützen, steht in Deutschland derzeit nur ein zugelassener Impfstoff zur Verfügung. Dieser kann eine Ansteckung zwar nicht verhindern, führt aber dazu, dass die Erkrankung einen milderen Verlauf nimmt. Das Besondere an diesem Impfstoff ist, dass er nur der Hündin verabreicht wird. Das Immunsystem der Hündin bildet daraufhin Antikörper, durch die auch ein Schutz für die Welpen entsteht: Einerseits überträgt die Hündin dank der gebildeten Antikörper im Falle einer Infektion mit CHV-1 oder bei einer möglichen Reaktivierung des Virus während der Trächtigkeit weniger Viren auf ihre Jungen. Zum anderen nehmen die Welpen diese mütterlichen (maternalen) Antikörper über das Kolostrum (Erstmilch nach der Geburt) auf und werden so vor einem schweren Krankheitsverlauf geschützt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Welpen in den ersten Stunden nach der Geburt genügend Kolostrum trinken, um eine ausreichende Menge Antikörper aufnehmen zu können. Die Impfung senkt zudem das Risiko, dass die Hündin aufgrund einer CHV-1-Infektion oder Reaktivierung des Virus während der Trächtigkeit eine Fehlgeburt erleidet. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) empfiehlt die Impfung für Hündinnen (insb. junge Zuchthündinnen), die entweder in nächster Zeit gedeckt werden sollen oder bei denen eine Befruchtung bereits stattgefunden hat. Die Impfung von Hündinnen, die nicht für die Zucht genutzt werden, Welpen und Rüden wird hingegen nicht empfohlen.


Gemäß der StIKo-Empfehlung sollten Zuchthündinnen beispielsweise in folgenden Fällen eine Impfung gegen CHV-1 erhalten:

  • Wenn im Umfeld der Hündin Herpesinfektionen aufgetreten sind.
  • Wenn die Hündin häufig Kontakt zu Artgenossen hat (z. B. Ausstellungen oder Pensionen).
  • Wenn es im Bestand bereits zu einer durch CHV-1 verursachten erhöhten Welpensterblichkeit gekommen ist.

Wann und in welchen Abständen wird geimpft?

Zuchthündinnen werden im Verlauf jeder Trächtigkeit zweimal gegen das Canine Herpesvirus geimpft. Die erste Impfung sollte während der Läufigkeit oder fünf bis sieben Tage nach dem Deckakt erfolgen. Die zweite Impfdosis erhält die Hündin ein bis zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Wiederholungsimpfungen erfolgen bei einer erneuten Trächtigkeit nach demselben Schema.

Warum ist die zweite Impfung wichtig?

Nach der ersten Impfung gegen CHV-1 kommt es zunächst zu einem Anstieg der Antikörper im Blut der Hündin. Mit fortgeschrittener Trächtigkeit nimmt der Antikörpertiter jedoch wieder ab. Durch die zweite Impfung ein bis zwei Wochen vor der Geburt kommt es zu einer Verstärkung des Impfeffekts, die sogenannte Boosterung der Immunantwort, wodurch die Hündin nochmal mehr Antikörper bildet, die dann über das Kolostrum an die Welpen abgegeben werden. Die Schutzwirkung für die Welpen erhöht sich.

Ist die Impfung gegen CHV-1 während der Trächtigkeit schädlich für das Muttertier und die Welpen?

Erfahrungsgemäß sind einige Züchter*innen einer Impfung gegen CHV-1 während der Trächtigkeit gegenüber skeptisch eingestellt oder lehnen diese sogar ab. Sie befürchten beispielsweise, dass sich eine CHV-1- Impfung während der Trächtigkeit negativ auf Hündin und Welpen auswirken kann. Grundsätzlich ist diese Sorge berechtigt, denn sogenannte Lebendimpfstoffe können sich tatsächlich negativ auf eine Trächtigkeit auswirken. Bei dem CHV-1-Impfstoff handelt es sich jedoch um einen inaktivierten Impfstoff (keine vermehrungsfähigen Viren), der zudem einen harmlosen Hilfsstoff (Adjuvanz) enthält. Manche Züchter*innen befürchten zudem einen Zusammenhang zwischen dem Ausbleiben einer Trächtigkeit und der CHV-1-Impfung. Wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass zweimalig geimpfte Hündinnen höhere Trächtigkeitsraten aufwiesen als nicht geimpfte Hündinnen. Neben der CHV-1-Impfung des Muttertiers kann auch eine auf die Bedürfnisse der Hündin abgestimmte Ernährung die gesunde Entwicklung der Welpen im Mutterleib unterstützen. So kann sich die Fütterung trächtiger Hündinnen mit einem nährstoffreichen und hoch verdaulichen Futtermittel positiv auf das Wachstum der Welpen auswirken. Hierfür empfiehlt sich beispielsweise die Umstellung auf ein hochwertiges Welpenfutter aus der Produktlinie „Young“ von Happy Dog. Diese Umstellung sollte in der zweiten Phase der Trächtigkeit, sprich ab dem 35. oder 40. Tag der Trächtigkeit erfolgen. Auch nach der Geburt, ist es sinnvoll, die Fütterung mit einem nährstoffreichen Welpenfutter fortzusetzen. In dieser Zeit benötigt die Hündin nämlich viel Energie und viele Nährstoffe für die Milchproduktion. Sechs bis sieben Wochen nach der Geburt nimmt der Energiebedarf der Hündin in der Regel wieder ab. Danach kann langsam eine Umstellung auf die gewohnte Adult-Nahrung erfolgen. Sobald die Welpen feste Nahrung zu sich nehmen, bietet auch ihnen die Produktlinie „Young“ von Happy Dog eine jeweils auf ihr Alter und ihre Bedürfnisse abgestimmte Ernährung in Form verschiedener Baby- und Junior-Produkte von Happy Dog.

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Fazit

Zur Zucht eingesetzte Hündinnen sollten während jeder Trächtigkeit gegen CHV-1 geimpft werden, um im Falle einer Infektion oder Reaktivierung des Virus das Risiko für einen schweren und oftmals tödlichen Krankheitsverlauf bei ihren Welpen zu reduzieren. Dazu ist jeweils eine zweimalige Impfung der Hündin notwendig. Die erste Impfung sollte fünf bis sieben Tage nach dem Deckakt oder bereits während der Läufigkeit erfolgen. Die zweite Impfung erhält die Hündin ein bis zwei Wochen vor der Geburt. Hundezüchter*innen können einer potenziellen Virusvermehrung im Körper der Welpen entgegenwirken, indem sie für eine angemessen warme Umgebungstemperatur sorgen und somit die Welpen bei der Aufrechterhaltung ihrer normalen Körpertemperatur unterstützen. Zur Erinnerung: Bei einer Körpertemperatur von 35 °C bis 36 °C vermehren sich Canine Herpesviren besonders gut. Bei Temperaturen um 38 °C bis 39 °C nimmt die Virusvermehrung um das 100- bis 1000-fache ab. Wichtig ist zudem, dass die Welpen innerhalb der ersten Stunden nach ihrer Geburt eine angemessene Menge Kolostrum zu sich nehmen, um die Aufnahme von Antikörpern zu gewährleisten.

Quellen:

Webinar Prof. Hans-Joachim Schuberth, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover: Die Impfung gegen Canines Herpes Virus: Fragen - Fakten - Mythen rund um CHV. Februar 2021, akademie.vet

Wehrend, A.: Neonatologie beim Hund: Von der Geburt bis zum Absetzen. Schlütersche, Hannover 2012

StIKo Vet am FLI: Leitlinie zur Impfung von Kleintieren. Stand: 01.01.2021

Produktkatalog von Happy Dog, Stand Dezember 202

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